Yakary im Drogensumpf: Die Szene schaut hin – nach dem Haftbefehl-Schock

26.11.2025 · Szene

„Yakary ist im Drogensumpf versunken“ – diese Schlagzeile geistert nicht nur durch die Klatschspalten, sondern ist ein bitterer Nachgeschmack in der Deutschrap-Bubble. Die Rede ist von Lachgas, Makatussin, Koks. Was lange als Gerücht kursierte, scheint sich nun zu verfestigen und stellt die Szene vor eine unbequeme Wahrheit, die viele lieber ignorieren würden.

Gerade erst hat die Haftbefehl-Doku auf Netflix ganz Deutschland die Augen geöffnet, was Drogenkonsum im Musikgeschäft bedeutet. Ein schonungsloser Einblick in den Abstieg einer Ikone, der uns allen vor Augen führte, wie fragil der Grat zwischen Hype und Absturz ist. Doch während Haftis Geschichte retrospektiv erzählt wurde, scheint Yakarys Drama live und in Farbe vor unseren Augen zu passieren. Es ist kein inszenierter „Film“, sondern eine Realität, die schockiert.

KEIN FILM, KEINE FASSADE

Das Problem ist: Im Rap wird Drogenkonsum oft romantisiert. Von Codein-Lean bis zum Kokain-Rausch – die Texte sind voll davon. Es ist Teil des Images, des „Drip“, des harten Lebens, das verkauft wird. Aber wenn die Fassade bröckelt und der Konsum nicht mehr Teil eines Videos ist, sondern das Leben eines jungen Künstlers zu auseinandernehmen droht, dann ist das keine Ästhetik mehr. Dann ist es ernst. Yakary ist kein Einzelfall, aber sein öffentlich wahrgenommener Zustand zeigt, wie schnell aus Coolness eine ernsthafte Gefahr wird.

Was bedeutet das für Labels, für Manager, für die gesamte Industrie? Ist man bereit, die Augen zu verschließen, solange die Klicks stimmen und das Para fließt? Oder gibt es eine Verantwortung, die über den nächsten Release hinausgeht? Wir sehen hier nicht nur einen Künstler, der strauchelt, sondern eine Szene, die sich fragen muss, wie sie mit solchen Situationen umgeht. Das ist kein Beef, das ist keine Promo. Das ist ein junger Mann, dessen Gesundheit auf dem Spiel steht.

WAS JETZT ZÄHLT

Es ist leicht, mit dem Finger auf Yakary zu zeigen oder seine Musik jetzt komplett zu verdammen. Aber das greift zu kurz. Was wir stattdessen sehen müssen, ist die Notwendigkeit, über die glorifizierte Darstellung von Drogen im Rap zu sprechen. Es ist ein schmaler Grat, Authentizität zu leben und gleichzeitig nicht den eigenen Untergang zu zelebrieren. Das gehört auf den Tisch, im Forum, in Gesprächen mit den Artists selbst.

Wir sind keine Richter, aber wir können nicht wegschauen, wenn ein Künstler offensichtlich mit Problemen kämpft, die weit über musikalische Differenzen hinausgehen. Die Szene hat schon zu viele Talente verloren, weil niemand hingesehen hat oder man es als Teil des „Game“ abgetan hat. Es ist an der Zeit, dass wir als Community nicht nur den Hype feiern, sondern auch die kritischen Stimmen laut werden lassen, wenn es um das Wohl der Artists geht.

Mehr 10von10-Input: Zitate-Archiv.

Yakarys Situation wirft Fragen auf: Wie weit geht die Verantwortung der Szene für ihre Artists, wenn der Drogenkonsum überhandnimmt? Diskutiert mit uns im Forum!

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