Fler, Kianush, 50k-Wette: Spende an Kleinwüchsige – und der Pa Sports-Stachel

26.11.2025 · Szene

Fler hat Wort gehalten: Die 50.000 Euro aus der verlorenen Wette gegen Kianush sind an den Bundesverband für kleinwüchsige Menschen gegangen. Ein Move, der Respekt verdient hätte, wäre da nicht der Zusatz „Hallo Pa Sports“ gewesen, der wie ein gezielter Stich in eine alte Wunde wirkt.

Die Vorgeschichte ist schnell erzählt: Kianush forderte Fler heraus, 50 Para auf den Tisch zu legen, sollte er ein bestimmtes Video nicht droppen. Fler verzichtete auf den Release, die Wette war verloren. Statt das Geld direkt an Kianush zu überweisen, wurde eine Spende an eine gemeinnützige Organisation vereinbart. Eine Geste, die auf den ersten Blick versöhnlich und sogar vorbildlich wirkt, aber eben nicht ohne die typische Fler-Note auskam. Der Seitenhieb gegen Pa Sports – eine Anspielung auf dessen Körpergröße, die in früheren Beefs bereits Thema war – zeigt, dass auch eine gute Tat im Deutschrap-Game selten ohne Kalkül daherkommt.

WAS HINTER DEM MOVE STECKT

Man kann diesen Schritt vielschichtig betrachten. Einerseits ist es ein unbestreitbar positiver Outcome: Eine beachtliche Summe landet bei einer Organisation, die wirklich Hilfe benötigt. Das ist in der oft von Egos und Oberflächlichkeit geprägten Rap-Welt nicht selbstverständlich. Andererseits ist es auch ein kalkulierter Schachzug im ewigen Film zwischen den Rappern. Fler zeigt Größe, indem er eine Wette einhält und spendet, aber er kann es sich nicht verkneifen, gleichzeitig einen alten Kontrahenten zu dissen. Das ist Fler in Reinkultur: Immer für eine Überraschung gut, immer am Pol der Diskussion, aber selten ohne eine Spitze.

DER PREIS DER PROVOKATION

Die Frage, die sich stellt: Ist es moralisch vertretbar, eine gute Tat mit einem fragwürdigen Diss zu verknüpfen? Für die Szene ist das nichts Neues. Provokation gehört dazu, sie ist oft der Motor für Aufmerksamkeit und Hype. Doch die gezielte Anspielung auf körperliche Merkmale, auch wenn sie aus einem alten Beef stammt, überschreitet für viele eine Grenze. Es zeigt, dass selbst bei einem scheinbar positiven Ausgang die Mechanismen des Battle-Raps tief sitzen und schwer abzulegen sind. Die Spende ist top, der Kommentar dazu… nun ja, typisch Fler.

Das Ganze ist mal wieder ein Paradebeispiel dafür, wie vielschichtig und widersprüchlich das Deutschrap-Game sein kann. Zwischen ernsthaften Aktionen und gnadenlosen Sticheleien bleibt die Unterhaltung hoch, die Meinungen gespalten. Letztendlich hat Fler geliefert, das Geld ist da, wo es gebraucht wird. Der Beigeschmack des Disses bleibt aber haften und sorgt für Gesprächsstoff – genau das, was Fler vermutlich wollte.

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Was denkt ihr: Überwiegt der positive Aspekt der Spende oder der negative Beigeschmack des Disses? War das ein cleverer Schachzug von Fler oder nur unnötiges Nachtreten? Diskutiert mit uns im Forum!

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