ENEMY: VOM AZZLACK-NEWCOMER ZUM DOKTOR – EIN WEG JENSEITS DES HYPE

25.11.2025 · Szene

Vor nicht allzu langer Zeit war Enemy ein Name, der auf jeder Newcomer-Liste stand. Als Teil von Haftbefehls „Generation Azzlack“ hatte er das Potenzial, den Deutschrap-Thron zu stürmen. Doch die Bühnenlichter sind aus, die Beats verstummt – Enemy hat seinen Film gewechselt und arbeitet jetzt fest als Arzt.

Wer sich erinnert, weiß: Enemy war kein One-Hit-Wonder. Er brachte einen Sound mit, der roher, ehrlicher und weniger auf den schnellen Para aus war als viele andere. Seine Tracks hatten Tiefe, seine Lines saßen. Die Erwartungen an ihn waren hoch, gerade weil er nicht dem Standard-Schema entsprach. Man dachte, er würde seinen Weg machen, sich etablieren, vielleicht sogar eine neue Ära prägen.

MICROPHONE VS. SKALPELL: EIN STATEMENT

Dieser Schritt ist mehr als nur ein Jobwechsel; er ist ein Statement. Während viele Artists vom großen Deal träumen, von Goldplatten und ausverkauften Hallen, zeigt Enemy, dass es auch andere Wege gibt, sich zu verwirklichen. Es ist ein Reality-Check für die ganze Szene: Nicht jeder, der das Talent hat, bleibt im Game. Manchmal sind die Prioritäten anders, manchmal ist der Wunsch nach einem stabilen Leben stärker als der Hype. Wir sehen das nicht als Scheitern im Rap, sondern als kluge Entscheidung eines Mannes, der seine Karten neu gemischt hat.

Es ist leicht, über den „Ausstieg“ eines Rappers zu urteilen. Aber wer weiß schon, was hinter den Kulissen wirklich passiert? Der Druck ist immens, der Konkurrenzkampf brutal. Nicht jeder ist bereit, diesen Preis zu zahlen, um im Rampenlicht zu bleiben. Enemy hat sich bewusst für einen Weg entschieden, der vielleicht weniger Glamour verspricht, dafür aber eine ganz andere Art von Erfüllung und Sicherheit. Das verdient Respekt.

WAS BLEIBT, IST REALNESS

Enemys Weg erinnert uns daran, dass „Realness“ nicht nur auf der Straße oder im Studio stattfindet, sondern auch in der Entscheidung, seinen eigenen Weg zu gehen, selbst wenn er unkonventionell ist. Es geht nicht immer darum, wer die krassesten Chains trägt oder die meisten Klicks generiert. Manchmal ist es die Stärke, zu erkennen, wann ein Kapitel beendet ist und ein neues, vielleicht unerwartetes, beginnt. Diese Authentizität, auch abseits des Mikrofons, ist eine Form von Stärke, die in der heutigen Rap-Welt oft unterschätzt wird.

Für uns bei 10von10 ist Enemys Geschichte ein wichtiger Fingerzeig. Sie erinnert daran, dass auch die größten Talente Menschen sind, die Entscheidungen treffen, die über die Musik hinausgehen. Es ist kein Ende seiner Geschichte, sondern ein neues Kapitel, das beweist, dass Erfolg viele Gesichter hat – und nicht immer nur auf Spotify-Streams gemessen wird. Wir feiern seinen Mut, diesen Weg zu gehen, und wünschen ihm alles Gute.

Mehr 10von10-Input: Zitate-Archiv.

Was denkt ihr: Ist Enemys Move ein Zeichen dafür, dass die Rap-Szene zu hart ist, oder einfach nur eine smarte Entscheidung für ein Leben jenseits des Hypes? Diskutiert mit uns im Forum!

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