Anzeigenhauptmeister: Koran-Verbrennung zu „Erika“ – Ist das noch Hype?

27.11.2025 · Szene

Niclas Matthei, besser bekannt als der Anzeigenhauptmeister, hat kürzlich eine Aktion durchgezogen, die für heftige Wellen sorgt und selbst für seine Verhältnisse die Grenzen sprengt: Er verbrannte einen Koran, während im Hintergrund das NS-Lied „Erika“ lief. Ein Move, der nicht nur geschmacklos ist, sondern eine neue Dimension der Provokation erreicht und weit über den üblichen Internet-Beef oder eine harmlose Grenzüberschreitung hinausgeht. Die Bilder davon verbreiten sich rasant und zwingen uns, hinzuschauen.

Vor knapp zwei Jahren schaffte es der Anzeigenhauptmeister, aus dem Nichts zu einem der größten Internet-Phänomene zu werden. Seine Obsession, Falschparker und Bagatellen anzuzeigen, machte ihn zum viralen Babo der Bürokratie. Damals war das noch ein skurriler Film, den viele belächelt oder als harmlosen Zeitvertreib verbucht haben. Eine Figur, die polarisierte, aber meist im Rahmen des Absurden blieb. Doch dieser aktuelle Stunt hat mit dem ursprünglichen Hype nichts mehr zu tun. Hier geht es nicht um Ordnung oder Satire, sondern um eine bewusste Provokation, die religiöse Gefühle verletzt und sich an eindeutig rechtsradikalem Gedankengut bedient.

WIE AUS HYPE HASS WIRD

Was bedeutet das für die Plattformen, die solchen Content eine Bühne bieten, und welche Verantwortung tragen sie? Und für eine Bubble, die oft genug selbst mit fragwürdigen Moves und Grenzüberschreitungen spielt? Diese Aktion ist kein einfacher Beef oder ein Diss, der im Rap-Kontext noch irgendwie verhandelt werden könnte. Das ist ein gezielter Angriff, der auf Hass und Spaltung setzt. Es ist ein Reality-Check, der uns alle daran erinnern sollte, wo die Grenzen liegen – gerade in Zeiten, in denen jeder Click und jede Interaktion zählt und scheinbar alles für Reichweite gemacht wird. Die Frage ist, wie lange wir noch zusehen, wenn aus Provokation offener Hass wird.

DIE ROTE LINIE IST ERREICHT

Wir müssen hier ganz klar Stellung beziehen: Mit Nazisymbolik und Religionshass ist nicht zu spaßen. Das hat nichts mit Coolness, Ironie oder Provokation zu tun, die unsere Szene manchmal feiert. Das ist einfach nur asozial und gefährlich. Wer so einen Film schiebt und dabei absichtlich Grenzen überschreitet, die moralisch und rechtlich nicht tragbar sind, hat in keiner Community, die auf Respekt und ein Mindestmaß an Anstand Wert legt, etwas verloren. Punkt.

Der Anzeigenhauptmeister hat mit dieser Aktion nicht nur seinen ohnehin schon wackeligen Ruf endgültig demontiert, sondern auch gezeigt, wie schnell der Sprung von skurril zu abstoßend sein kann. Es wird sich zeigen, welche Konsequenzen diese Aktion nach sich zieht und ob dieser Tiefpunkt zumindest eine Diskussion darüber anstößt, welche Inhalte wir tolerieren – und welche nicht. Für uns ist klar: Das ist kein Hype, das ist ein Warnsignal, das wir ernst nehmen müssen.

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Was denkt ihr über den jüngsten Move des Anzeigenhauptmeisters? Ist das noch Internet-Satire oder längst eine rote Linie überschritten? Diskutiert mit uns im 10von10-Forum!

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