Manuellsen ruft zum Frieden auf: Game Over für den Beef-Film?
Der Pott kocht anders – und Manuellsen hat kürzlich im Livestream einen Move gemacht, der die Szene aufhorchen lässt. Ein breiter Appell an alle, namentlich Fler genannt: Schluss mit den Streitigkeiten. „Lasst uns nicht mehr streiten“, so die klare Ansage. Eine Ansage, die von jemandem kommt, der selbst jahrelang im Zentrum der Deutschrap-Konflikte stand.
Die Historie zwischen Manuellsen und Fler ist lang und kompliziert, geprägt von unzähligen Sticheleien, Diss-Tracks und öffentlichen Auseinandersetzungen, die immer wieder für Schlagzeilen sorgten und das News-Archiv füllten. Auch mit anderen Artists gab es immer wieder Zoff, der den sogenannten „Beef-Film“ am Laufen hielt. Die Frage steht im Raum: Was steckt hinter diesem plötzlichen Umschwung? Ist es Altersweisheit, Business-Kalkül oder die Erkenntnis, dass der ewige Krieg nur noch wenige wirklich fesselt?
WAS STECKT HINTER DEM PEACE-MOVE?
Deutschrap lebte lange Zeit von Konfrontation. Der Beef war ein Motor, generierte Klicks, pushte Karrieren und hielt die Spannung hoch. Doch ist dieser Film mittlerweile auserzählt? Manuellsen, der selbst oft Protagonist in diesen Geschichten war, könnte erkannt haben, dass die Energie, die in diese Fehden fließt, anderswo besser investiert ist. Vielleicht geht es um Reife, um das eigene Legacy, oder einfach darum, nicht mehr ständig im gleichen Hamsterrad zu laufen. Das Straßen-Lexikon kennt viele Begriffe für Streit, aber auch für Respekt und den „Babo“-Status, den man sich nicht nur durch Stärke, sondern auch durch Weitsicht verdient.
EIN NEUES KAPITEL FÜR DEUTSCHRAP?
Wir bei 10von10 sehen Manuellsen’s Move als klares Statement. Es ist leicht, immer weiter zu sticheln und alte Wunden aufzureißen. Viel schwerer ist es, die Hand auszustrecken, besonders wenn man selbst so tief in diesen Konflikten steckte. Ob Fler und andere den Ball aufnehmen, wird sich zeigen. Aber der Ruf nach Frieden, gerade von jemandem wie Manuellsen, hat Gewicht. Es könnte ein Signal sein, dass sich der Fokus wieder mehr auf die Musik und weniger auf die Schlammschlacht verlagert. Die Hall of Fame ist voll von Legenden, die bewiesen haben, dass wahre Stärke nicht nur im Diss, sondern auch in der Größe und der Fähigkeit zur Versöhnung liegt.
Dieser Appell ist mehr als nur ein Livestream-Moment. Er ist eine Einladung an die gesamte Szene, über den Tellerrand der ewigen Auseinandersetzungen zu blicken und vielleicht einen neuen Film zu starten. Ob es gelingt, die alten Gräben zu schließen und eine Ära des konstruktiveren Miteinanders einzuleiten, bleibt abzuwarten. Manuellsen hat den ersten, mutigen Schritt gemacht.
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Manuellsen will Frieden. Eine echte Chance für Deutschrap, alte Rechnungen zu begraben, oder nur ein weiterer Twist im endlosen Beef-Game? Diskutiert mit uns im Forum!